nur
geht mit ein. Da wird der Zuschauer schon mal unfreiwillig zum
Hauptakteur

und so kann man sich des Humors und der Spielfreude von Pampatut von
Anfang

an nicht entziehen. Apropos ziehen, auch die
Lieder können sich durchaus mal in die Länge ziehen,
weil
ihnen ein Blödsinn nach dem anderen einfällt.


Ein sehr starker Samstagsauftakt war das.
Danach stand die Luxemburger Band
Clanrock

nach 2008 auch 2009 wieder auf der Schloßbühne. Wie
hatte man in der

Anmoderation so schön gesagt, "es ist der Band auf der Anreise
etwas


schreckliches passiert, ihnen ging das Bier im Bus aus." Das merkte man
aber nur

bedingt. Der Sänger war auch so extrem gut drauf , was Caro
mit den Worten,


"was immer er nimmt, er sollte etwas weniger davon nehmen",
kommentierte.

Clanrock sind die einzigen Vertreter des Mediaval und Celtic Rock in
Luxemburg .

Es ist schwer zu glauben, wenn man sie in Selb rocken hört,
dass sie aus einer Bluesband

entstanden sind. Neben Englisch und Deutsch singt man auch in Latein ,
sowie in

der Heimatsprache Luxemburgisch, was es ja wahrlich so gut wie gar
nicht gibt.

Perfekt dazu passt die etwas versoffene Stimme ihres Frontmanns. Die
größten

Fans haben die Band wohl im Organisationsteam, die sie schon
für das nächste

Jahr wieder gebucht haben, dann aber angeblich mit Pyro-Show.

Übrigens Mikrofonständer kann man wirklich sehr
variabel nutzen wie man sieht.

Mit
Amber

gab es auf der Burgbühne eine vom ersten Festival schon
bekannte Band zu hören.

Amber ist die Band der 1974 in Würzburg geborenen Martina
Nöth , die 2001

unter dem Künstlernamen Amber Zahrahjan eine erste CD mit
mittelalterlichen


Texten aufnahm. Inzwischen lebt sie in Mannheim und schreibt neben
ihren Songs

auch Romane und Kurzgeschichten. Der Auftritt hat sich nicht
groß von dem im

letzten Jahr unterschieden. Erneut schön anzuhören,
und Amber kam wieder sehr

gut beim Publikum an.
Die nächste Band war für mich die absolute
Überraschung
des Festivals und eines

der Highlights schlechthin. Da ging es
aber nicht nur mir so, erwartet haben das

wohl die wenigsten.
John
Kelly und Maite Itoiz

waren echt der Hammer. John Kelly ist wohl vielen noch von den Kelly
Family ein

Begriff. Diese Musik hat damit aber sehr wenig zu tun. Das
Programm in Selb war

ein Zusammenschnitt aus Songs ihrer CD und der
Mittelalter Rock Oper "The Blue Elfs Dream".

Maite Itoiz ist ausgebildete und diplomierte Opernsängerin und
die Ehefrau von

John Kelly. Und somit hat man immer mit einem Image zu kämpfen
,
was es sicher

nicht leichter macht Aufmerksamkeit für das tolle
Projekt der beiden zu

bekommen. Große Aufmerksamkeit
haben die beiden wahrlich verdient. Seit dem

24. Juni 2001 sind sie nun
verheiratet und John Kelly kam durch Maite zur

klassischen Musik. Erst
als Manager für seine baskische Ehefrau tätig,
entstand im

Jahr 2003 die CD "Bello Puccini", in der Maite Puccini Arien sang.
Spontan

begann man danach an einem eigenen Werk zu arbeiten. Eine
Verschmelzung der

beiden Musikwelten, die im Jahr 2006 als "Tales from
the Secret Forest" erschien.

Maite Itoiz war sicher die herausragendste Sängerin des
Wochenendes und ihre

klassisch ausgebildete angenehme Sopranstimme
bildet einen passenden

Gegensatz zur Popstimme eines John Kelly. In
jeder Phase des Konzerts ist zu

spüren, dass sich hier 2
Künstler gefunden haben, die nicht nur toll harmonieren,

sondern
auch ganz viel füreinander empfinden.

Die Mischung aus Klassik, keltischer Musik und symphonischem Rock geht
vom

ersten Ton an ins Ohr und begeistert. Dazu unterstützt eine
Show voller Romantik,

die Musik perfekt. Man fühlt sich wie
im Theater oder im Musical. Ein grandioser

Auftritt der beiden, die von
2 ganz starken Chorsängerinnen und einer gut

harmonierenden Band
unterstützt wurden. Hoffentlich erneut im nächsten
Jahr, es

war eines der absoluten Highlights des Wochenendes. Aber ein ganzes
Jahr zu

warten ist definitiv zu lang. Hoffentlich spielen sie
demnächst wieder in der Nähe.

Was man unbedingt auch noch anmerken sollte: Die beiden gaben, wie

übrigens viele Bands des Wochenendes danach Autogramme und
standen dem

Publikum zur Verfügung. Auch am nächsten Tag waren
sie noch am

Festivalgelände unterwegs. Es sind zwei unheimlich
sympathische , bescheidene

Künstler, die in Selb mit ganz viel Leidenschaft für
ihre Musik auf der Bühne

standen und wahrlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Die folgenden Pics entstanden nach dem Konzert bzw Sonntags.
Schwer hatte es die nächste Band nach dem tollen Auftritt -
die Mädels von

Reincarnatus
eine
reine Mittelalter-Damenband aus den Niederlanden. Nicht die

einzige
am Wochenende. Die 5 Damen hinterließen in Selb
ebenfalls

einen sehr starken Eindruck. Wie im Internet zu lesen ist, sind sie

ebenfalls Multiinstrumentalisten und es kommen bis zu 20 mittel-

alterliche Instrumente bei ihren Stücken zum Einsatz.
Reincarnatus

verbinden bei ihrem Auftritt traditionelle Mittelalterinstrumente , wie

Dudelsack, Flöte und Leier mit Schlagzeug, Bass und E-Gitarre.
Mit 2

Leadsängerinnen ist die Band perfekt besetzt und die
Mädels singen in

Deutsch, Französisch, Englisch Lateinisch und in
mittelalterlichen

Sprachen. Mit Media Vita haben sie inzwischen ihr 2. Album

herausgebracht und wie schon auf dem Album beweisen sie auch in

Selb, dass Mittelaltermusik nicht nur ruhig , getragen und balladesk
ist,

sondern auch gewaltig rocken kann. Besonders auffällig ist
dabei die

gute Laune der Frau am Schlagzeug und vor allem die blonde Gitarristin

der Band hat es mit ihrem "Gothic-Outfit" vielen männlichen
Zuschauern

angetan. Reincarnatus waren somit nicht nur musikalisch ein
Hinhörer,

sondern aufgrund der optischen Reize der Frauen auch ein echter

Hingucker. Eine Band von der man in den nächsten Jahren sicher
noch

mehr hören wird.

Auch
von Reincarnatus noch einige Pics:





Von
der nächsten Band

Valravn

hab
ich bisher noch gar nichts gehört. Verwunderlich, denn wie mir
die

Jungs von Faun vor dem Konzert erzählten gelten sie in der
Szene als


Geheimtip und herausragender Newcomer. Und als bei der

Ankündigung von Valravn dann auch noch zu hören war,
das Mitglieder

von Faun und Omnia die Band beim Auftritt verstärken
würden, war ich

doppelt gespannt auf die Band.

Valravn
ist eine Dänische Band und im Dänischen steht Valravn
für


einen übernatürlichen Raben, der in traditionellen
Dänischen Folk Songs

beschrieben wird, und der sich während der Schlachten der
damaligen

Zeit von den Körpern der Toten ernährt um sich danach
z.B. in eine

werwolfähnliche Kreatur zu verwandeln. Wie ein Werwolf sieht
die von

den Farör Inseln stammende Sängerin Anna Katrin
Egilstrøð ja bei

Leibe nicht aus. Aber auch sie hat große
Wandlungsfähigkeiten. Da

klingt sie zärtlich und zerbrechlich um kurz danach
grollend , drohend

und wütend ihren Song weiterzusingen. Valravn waren schon beim

Folkfestival in Rudolstadt in diesem Jahr einer der Abräumer
und wurden

begeistert gefeiert, warum wurde in Selb überdeutlich. Anna
Katrins

Stimme ist schon sehr außergewöhnlich, entweder man
mag sie oder

findet sie absolut schrecklich. Dazwischen gibt es recht wenig.

Entsprechend gibt es eigentlich auch nur totale Begeisterung oder

absolute Ablehnung im Publikum, und die Begeisterung war um ein

vielfaches größer. Sie erinnert schon etwas an
Björk, allerdings hat sie

nichts von deren Stargehabe sondern kommt im Gegenteil super

symphatisch und nett rüber.

Die
Band verkörpert übrigens perfekt die globale
Ausrichtung des

Festivals Mediaval, ein Däne, der Drummer aus
Ecuador, die Sängerin

von
den Farör, Mutikulti pur.

Und
zum Ende kamen dann noch Holländer (u.a Steve von Omnia) und

Deutsche (u.a Oli von Faun) dazu. Und trotz Allstarband,

hatte
als Blickfang Nummer eins und Leader des Ganzen,

weiterhin die charismatische Anna Katrin Egilstrøð,
die mit der Sonne

um
die Wette strahlte und den Wettstreit klar gewann, alles in Griff.

Nicht
nur auf der Bühne, auch vor der Bühne gab es
viel Prominenz beim

Konzert von Valravn, wie man sieht.

Das
Konzert hatte einen dramatischen Aufbau, von Song zu Song wurde

man mehr gefesselt , am Ende schaffte es Valravn sein Publikum fast in

einen Trance-Zustand zu musizieren, wenn man dazu bereit war. Es ist

kein Wunder, dass die Band sofort fürs nächste Jahr
verpflichtet wurde

und der Geheimtip in Deutschland wird sehr schnell keiner mehr sein,

noch dazu bei so prominenten Fürsprechern der Pagan-Szene wie
Faun

und
Omnia.

Nun
sollte das tragischte Konzert des Festivals Mediaval 2009 folgen, der
von
Dazkarieh

aus
Portugal.
Die Band hatte schlimme Flugprobleme, kam viel zu spät

und
teilweise oder ganz ohne Instrumente in Selb an. Als der Auftritt

eigentlich losgehen sollte , war noch nichts aufgebaut , von einem

Soundcheck ganz zu schweigen. Dies wurde nun die nächsten 45


Minuten bewerkstelligt, quälend lang, so dass erst 10 Minuten
vor Ende

des geplanten Konzertes die Band spielbereit war.
Verständlicherweise

sichtbar schlechte Laune hatte wegen des
ganzen Chaos die


bildhübsche Sängerin der Band Joana
Negrão .

Und so
konnte man von der sicherlich besten Folkband Portugals nur

noch sehr
wenig genießen. Irgendwie scheint mir die Band nicht

vergönnt, beim Bardentreffen im letzten Jahr konnte ich nur
ein
paar

Songs hören, da die Katharinenruine völlig
überfüllt war und man lange


warten mußte um
überhaupt reingelassen zu werden. Und diesmal war

dann 10 Minuten
nach 20.00 Uhr Schluss, sehr zum Unwillen der

Zuschauer, die von dem
Kurzgig der Band nicht überrraschend sehr

begeistert waren. Zum
Glück sind die Portugiesen 2010 wieder dabei,

so dass alle
Festivalbesucher hoffentlich im nächsten Jahr mehr von

Dazkarieh
genießen können. Und das wurde auch bei den 5 Songs

überdeutlich, es lohnt sich. Zwar war auch die Band nicht
gerade
erfreut,

dass man , aufgrund des
straffen Zeitplans, nicht
länger spielen konnte

und auch aus Rücksicht auf Ougenweide eine
verständliche Entscheidung.



Denn der Vorreiter der Mittelalterszene, die 1970 gegründete
Band

Ougenweide

hatte, wie
keine zweite Band ,die Aufmerksamkeit des kompletten

Publikums verdient.
Es war übrigens der einzige Auftritt der Hamburger

Band , die
extra deswegen zusammengekommen ist. Wurden sie


bereits 2008 begeistert
gefeiert, so war auch beim Auftritt 2009 viel

Begeisterung im Publikum
zu spüren. Ein Sonderlob verdiente sich die

Band beim Auftritt
für das tolle Licht und die sehr gute Soundabmischung
Ausführliche
Infos über die Band kann man hier
nachlesen.

Eigentlich
wäre nun das Konzert von Qntal auf der Burgbühne
angesagt.

Noch dazu, wo ich Qntal auch sehr mag, aber da danach Omnia spielen

sollte und die im letzten Jahr einen sensationellen Auftritt hinlegten,
wollte

ich unbedingt einen Platz in der ersten Reihe haben. Auch
weil der

Soundcheck im letzten Jahr sowas von witzig war, man konnte sich 30

Minuten schlapp lachen über die Späße von
Steve Evans-van der Harten

und seiner Frau Jenny.Ganz so lustig war es diesmal nicht, aber ein paar

mal musste man trotzdem lachen, wobei beim Soundcheck auch der

Humor des neuen Drummers Tom Spaan, der seit 2009 in der Band ist,

positiv auffiel. Positiv auffallen tut Omnia aber sowieso immer. Sie

haben weder Starallüren noch
Berührungsängste. Und so gibt die

kompletteTruppe vor dem Konzert Autogramme, unterhält sich mit
Fans

und schlendert auch schon mal über das
Festivalgelände. Eigentlich

wollte ich sie ja beim Schloßhoffestival schon sehen. Da ich
dann aber

doch nicht war, freute ich mich umso mehr auf den Auftritt in Selb, der

zwar nicht ganz so spektakulär war wie im letzten Jahr, aber
einmal mehr

das absolut Beste der drei Tage Festival Mediaval. Und die erfreulichste

Meldung hatte man dann auch gleich nach dem Auftritt parat, als die

Zugaberufe nicht enden wollten. Und so schickte man das

Moderatorenteam auf die Bühne um den erfreuten Publikum
mitzuteilen,

das Omnia für die nächsten 5 Festivals fest gebucht
sind. Ganz ernst

darf man diese Ankündigung wohl nicht nehmen, aber zumindest
beim

Festival Nummer 3 dürften sie wieder dabei sein. Und das ist
mehr als

gut so, denn Omnia-Auftritte sind einfach gigantisch. Es gibt kaum eine

Band die es immer wieder so toll schafft, den Spagat zwischen sehr

ernst und lustig so hinzubekommen. Auch diesmal war das nicht anders,

egal ob es ernste und kritische Anmerkungen von Steve waren, oder der

Song ziemlich düster daherkam, kurz danach zauberten er oder
Jenny

dem Publikum wieder ein Lachen ins Gesicht. Und wie spontan
natürlich

und locker Omnia ist, zeigte sich, besonders als Jenny von einem

Schnupfen geplagt , die Festivalbesucher um ein Taschentuch bat. Es

wurde ihr eine Packung "Ja"-Taschentücher hochgeworfen mit dem

Jenny ihre Späße trieb. Es sind immer wieder diese
spontanen und

kleinen Begebenheiten die Omnia neben ihrer tollen Musik so

erlebenswert machen. Musikalisch gab es auch etwas ganz neues, einen

Pagan-Folk-Rap. Als Steve auf seine unnachahmliche Art diesen

ankündigte war ich ja zuerst etwas skeptisch. Rap und Omnia,
wie sollte

das funktionieren? Wie gut konnte man dann aber live erleben,
echt der

Hammer. Omnia schafften es einmal mehr einen anderen Musikstil
für

ihre Musik und ihre Botschaften zu nützen. Es war eine der
Höhepunkte

des Konzertes, das etwas unter dem Motto "Omnia and Friends" stand.

Denn mit Kevin Kalvus und

Oliver
S. Tyr von Faun, hatten auch 2

Omnia-Freunde ihren Auftritt während des Konzertes. Wie gut
die Musik

von Kevin Kalvus mit Omnia harmoniert konnten viele Fernsehzuschauer

bei der letzten Staffel von "Das Supertalent" im Fernsehen bewundern,

bei der der Kontaktjongleur Kevin Kalvus mehrmals auftrat und unter die

letzten 10 kam. Ich hab damals alle Auftritte gesehen, auch die mit

anderer Musikbegeleitung. Die mit Omnia-Musik waren trotzdem die

beeindruckendsten. Das passt einfach perfekt zusammen. Nicht nur

beim Supertalent begeisterte Kevin Kalvus die Fernsehzuschauer, auch

in
Selb war das wieder nicht anders, wobei ich mir bis heute nicht

erklären kann, wie man eine unerwartet wegspringende Glaskugel

während des Herunterfallens zielsicher mit geschlossenen Augen

auffangen kann.
Es
gibt noch viel positives zu bemerken, sei es die stimmungsvolle

Lichtshow der Holländer (klar besser als letztes Jahr), die
tiefe Stimme

des Didgeridoo-Spielers Louis Aubril oder einmal mehr die Leistungen

des "Flötenschlumpfes" Steve Evans-van der Harten, es gibt
wohl keinen

besseren
Flötenspieler weltweit. Omnia sind allein das Eintrittsgeld
wert

und ein Jahr warten zu müssen bis sie wieder in Selb auftreten
ist schon

verdammt lange.

Wie
liebevoll die Macher das Festival zu organisieren versuchen

zeigte sich übrigens auch nach dem Omnia-Auftritt, als ein
Nachtwächter

das noch völlig begeisterte Publikum ins Reich der
Träume schicken sollte.