Esha Ness
Auftakt am Samstag
mit den Gewinnern des Nachwuchspreises vom letzten
Jahr in der Kategorie Rock, Esha Ness.
Der Name geht auf die Steilküstenlandschaft auf dem Mainland
der
Shetland Islands zurück, die Heimat der Vorfahren des
Sängers. Kevin Paterson, Johannes Kessler, Markus Helmeth,
Janina
Walter und
Marco Link machen eingängigen Gitarrenrock mit
mehrstimmmigem Gesang unterstützt von einer Violine, die der
Musik
einen folkigen Anstrich gibt. Das kam nicht nur 2009 toll an, auch zum
Samstag-Auftakt
des Festivals haben sich die Besucher zahlreich vor der
Bühne versammelt und feierten Esha Ness trotz früher
Stunde
kräftig ab. Vor dem Festival war die Band übrigens
als
Supportband bei New Model Army in Deutschland unterwegs. 2 CDs gibts
inzwischen von Esha Ness, es lohnt sich mal reinzuhören.
The Sandsacks
Richtig Pech hatten die Sandsacks bei ihrem Auftritt um 12.00 Uhr auf
der Schloßbühne. Denn irgendwie
ist der Termin im
Programmheft dem Seitenumbruch zum Opfer gefallen. Sehr
ärgerlich,
denn die Band
waren fraglos einen Besuch wert. Das
Männerquartet
macht feinen, tanzbaren Irish Folk, der beim
Publikum
großartig
ankam und für ausgelassenes Tanzen vor der Bühne
sorgte. Eine
Stunde feiern war
angesagt, leider habe ich wegen dem fehlerhaften
Programmheft den Auftritt nur zum Teil mit-
bekommen. Übrigens
ist
die Band 2011 in Vietnam auf Tour, sicher eine sehr spannende Erfahrung
für
die
Vietnamesen und die Band.
Brandan
Wesentlich ruhiger ging es dann bei Brandan zu. Die Band aus Leipzig
hat sich mit ihren Songs eine
Nominierung für das
Mitteldeutschlandfinale des "deutschen Grammy" für Weltmusik
(Creole) erspielt.
Mit der Vertonung von Versen aus dem Nibelungenlied
und altenglischen Rätselsprüchen ist der Auftritt
der
Band
alles andere als leichte Kost. Mit 2 Auftritten beim Tanz- und Folkfest
in Rudolstadt und dem
Festival
Mediaval hat die Band ihr bisher
erfolgreichstes Jahr der Bandgeschichte.
Pampatut
Völlig aus dem Rahmen fällt die nächste Band
Pampatut.
Denn das Duo nimmt weder sich, noch sein
Publikum so richtig ernst und
macht beste Comedy im Mittelaltergewand. Ich hab sie am
Wochenende
3 mal gesehen, neben dem einstündigen Auftritt auf
der
Schloßbühne mit Verstärkung , gab es
Pampatut noch auf der Theaterbühne
und der
Bühne am Gastromarkt. Egal wo die 2 spielten, sie
hatten massig Zuschauer und die wurden bestens
unterhalten.
Schlapplachen kann man sich über die 2
und ihre
unbeschreibliche
Fähigkeit zur Situationskomik. Die 2 können wirklich
stundenlang auf der
Bühne stehen und es fällt ihnen
immer
wieder neuer Blödsinn, neue Sprüche und witzige
Bemerkungen
ein. Kein Auftritt ist wie der andere, auch weil es die 2
perfekt
verstehen das Publikum ständig zu
beobachten und in die
Auftritte
mit einzubeziehen. Und ehe man sich versieht ist man mittendrin im
Geschehen
und Teil der Performance.
Oder man trennt das Publikum in der Mitte und lässt das
Publikum aufeinander los, wie die Bilder zeigen.
Und da geht es dann auch schon mal etwas derber zu, aber nie
richtig verletzend oder obszön. Da
haben sich echt 2 gefunden,
Max von Gluchowe und Holger Hofmann sind so verschieden und doch so
gleich. Das ganze in Worte zu fassen ist eigentlich gar nicht
möglich. Man muss sie einfach erleben und
man
sollte es nicht
versäumen Max einmal in die Augen zu gucken, Dann kann man
feststellen, dass die
Augen
scheinbar anders im Kopf verankert
sind. Denn er kann sie völlig unterschiedlich voneinander
bewegen,
rätselhaft genauso wie die Grimassen die er ständig
zur
Belustigung der Zuschauer ins Gesicht zaubern kann.
Außerdem haben die 2 auch musikalisch einiges zu
bieten,
das ist beste Unterhaltung,
kurzweilig und man kann sich bisweilen vor
Lachen wegwerfen. Die 2 haben auch ein Dauerabo für das
Festival
Mediaval. Sie sind einfach jedes Jahr Pflicht. Eine Kostprobe von
Pampatut gibts zum Abschluss.
"Was macht das Priesterleben fad?- Das Zöllibat. Und was auch
wieder interessant?-der Ministrant"
Eigentlich gibts nicht viel mehr zu sagen, wie der Text auf dem Schild
eines Zuhörers
Ataraxia
Sehr spannend fand ich auch den Auftritt der nächsten Band,
Ataraxia aus Italien. Die 1985 in Modena
gegründete Band war
am
Anfang als reine Dark-Wave-Band unterwegs und haben nach und nach ihren
Stil um neoklassische und folkloristische Töne erweitert. Die
Band
gehört übrigens zu den ganz fleißigen,
über 20 CDs
gibt es von der Band schon. Genauso speziell wie die Musik der Band
ist die Sängerin
Francesca Nicoli. Von sehr hell und
schrill
bis ganz tief kann sie alles singen, sie erinnert etwas an Nina
Hagen
und geht in ihrem Gesang völlig auf. Wie in ihrer eigenen Welt
versunken wirkt sie, wenn sie da
mit geschlossenen Augen am
Mikrofonständer steht und voller Leidenschaft und stimmlicher
Energie
singt. Und auch wenn die Bilder anderes vermuten lassen, die
Dame kann auch mal lächeln.
Faszinierend aber auch keine leichte Kost der Auftritt
von Ataraxia, den ich gern ganz gesehen hätte
wegen der
Zwergverleihung und Corvus Corax im Anschluß war das leider
nicht
möglich. Deshalb blieb
mir auch rätselhaft, was der Herr auf den folgenden
Pics eigentlich für Rolle in der Show spielt.
Attonitus
Den Mediaval Award MA Rock gab es 2010 für die
Band Attonitus
aus Flensburg. Damit hat sich die
weite Anreise für die 2005
gegründete Band mehr als gelohnt und zur Freude des Publikums
wird
man
sie auch 2011 wieder erleben. Von der Band wird man sicher in
Zukunft noch mehr hören, sie haben in
Selb
einen echt starken
Eindruck hinterlassen.
Corvus Corax

Wenn man meine Homepage etwas genauer angeschaut hat, hat man sicher
schon bemerkt, dass ich
ein großer Fan von Corvus
Corax bin.
Da ich schon mehrfach über die Band geschrieben habe
möchte
ich heute etwas auf die Besetzungswechsel der letzten Zeit
eingehen.
Denn leider gab es bei den
Königen der Spielleute einige
Besetzungswechsel. Mit Patrick, Jordan und zuletzt Ardor haben
2009 3
Musiker die Band verlassen, keine erfreuliche Entwicklung und
ein
optischer und musikalischer Verlust
für
die Band. Sollte in
diesem
Tempo der Besetzungswechsel weitergehen, solllte der
Die Galgenvögel
Das volle Kontrastprogramm gab es dann mit den Galgenvögeln.
Eine
Mittelalterband die auf
Mittelaltermärkten, Liverollenspielen
und
Ritterspielen zu hören ist. Sie spielen mittelalterliche Sauf-
und
Trinklieder des Mittelalters, der Renaissance und
späteren
Epochen.
Nicht immer historisch korrekt aber
dafür umso unterhaltsamer
auch
wenn sie es nach den furiosen Auftritt von Corvus Corax sehr schwer
Zum Auftritt von
"Des Teufels Lockvögel" incl.Tribute to Frank
Wulff gehts hier.
Nachtgeschrei
Der Samstag hatte es musikalisch wirklich in sich und nach den
fesselnden Lockvögeln gab es mit
Nachtgeschrei gleich die
nächste faszinierende Band auf der Bühne die mit
ihrer
Mischung aus
Mittelalterrock, Metal und Folk die Massen zum ausflippen
brachten. Die Frankfurter sind heavy, richtig
heavy und die
Aggressivität mit der der Sänger seine Lieder
intoniert ist
fesselnd und ansteckend
zugleich. Und so wird getanzt geheadbangt und
mitgegröhlt, was das Zeug hält. Mit Holger
Hotti
Franz
hat die Band einen extrem auffälligen
Leadsänger, wie geschaffen für die Musik dieser
Band. Einen ganz
starker Auftritt haben die Frankfurter da hingelegt, die
möchte ich unbedingt bald mal wieder hören.

Schade nur, dass die Band so schlecht ausgeleuchtet wurde.

Qntal und Gäste
1991 hatten Ernst Horn (Deine Lakaien) und Michael Popp die geniale
Idee, avantgardistische Elektronik
mit schwebendem weiblichen Gesang
und mittelalterlichen Instrumenten zu verbinden, u.a. auch mit
einem Theremin. Das Instrument wird als eines von ganz
wenigen ohne körperliche Berührung gespielt
und klingt sehr außergewöhnlich, wie
manches an diesem hochinteressanten Live-Auftritt.
Von Beginn an hat man bei Qntal mit Estampie-Sängerin
Sigrid Hausen (Syrah)
gleich die richtige Stimme
gefunden. Nachdem man sich 1999 zerstritten
hatte, führte Michael Popp das Projekt weiter und nach
2009 ist
man 2010 mit Qntal zum zweiten Mal beim Festival Mediaval dabei.
Michael Popp ist bekannt
dafür, einen phantastischen Sound auf die
Bühne zu zaubern, egal ob mit Estampie oder mit
Qntal und
das
bewies er in Selb einmal mehr. Eine mit Estampie-Musikern
verstärkte Band, tolle Gäste, eine
sehenswerte
Feuershow und eine stimmungsvolle Lichtshow sorgten dafür,
dass der Qntal-Auftritt
sicher bei vielen Besuchern einen
bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Sicher auch, weil der Sound
von
Qntal völlig anders ist, wie alles was man in den 3 Tagen
sonst
hören konnte. Und mit dem
Mongolen
Honsoo hatte man einen ganz
besonderen Gast auf der Bühne, der nicht nur seiner guten
Laune
auffiel,
sondern einer gewaltigen stimmlichen Bandbreite, die
für
die Qntal Musik wie geschaffen ist. Ein
Sonderlob auch für die
Idee eine Feuershow in den Live-Auftritt einzubauen. Das klappte dank
des
äußerst disziplinierten Publikums, die
geschlossen
einige Meter nach hinten gehen mussten problemlos.
Tanzwut
Leider, nachdem ich den ganzen Qntal-Auftritt verfolgte, hatte ich bei
Tanzwut keine Chance ganz
vorne zu stehen. Außerdem wollte ich
wenigstens bei Haggard einen guten Fotoplatz haben und so
bekam ich vom
Tanzwut-Auftritt leider nicht allzuviel mit. Das ist umso
ärgerlicher, weil ich die Band
noch nie so stark gesehen habe wie
diesmal beim Festival Mediaval. Ursprünglich ein elektronisch
verstärktes zweites Corvus Corax Projekt ist es
heute eine
ziemlich eigenständige Band um Leadsänger
Teufel, dessen
Leadsänger-Qualitäten schon an anderer Stelle meiner
Homepage
gewürdigt wurden. Es
gab fast kein Durchkommen und die
Burgbühne platze aus allen Nähten, soviel Leute
verfolgten
den
Tanzwut-Auftritt und feierten eine Band ab, die mit einem
Vollgas-Auftritt ala Rammstein (aber ohne
Feuer) glänzte. Wie
gesagt ich hab nicht soviel gesehen, aber genug um feststellen zu
können, dass
Haggard
25 Mann, ein komplettes Orchester stand bereit um als Headliner den
Besuchern den Ohrenschmalz aus
den Ohren zu blasen und dann das. Der
Soundcheck wollte einfach nicht enden und schnell war man 45
Minuten
über der Zeit. Eigentlich war es ja zu erwarten, dass die
knapp 60 Minuten für 25 Mann nicht
langen konnten, aber dass es so
lange dauern würde hatte wohl niemand erwartet. Das
wäre ja
an sich
nicht ganz so schlimm gewesen, wenn man die fehlende Zeit
hätte hinten anhängen können. Aber zum
Schutz der
Anwohner (die übrigens gerade 2x im Jahr wegen Wiesenfest und
eben
dem Festival
Mediaval eine erhöhte
Lärmbelästigung
ertragen müssen) musste um 0.30 Schluss sein. Und so wurde
Bandleader Asis Nasseri beim Soundcheck mitgeteilt, dass um
0.30
Uhr Haggard in Zimmerlautstärke
zurückgedreht werden
müsse. Dies sorgte nicht gerade für gute Stimmung bei
Ihm und
für entsetzte
Blicke beim Publikum. Als dann um halb eins ein
weiterer Hinweis kam, reagierte er zimelich ungehalten

auf die
Durchsage und befahl dem Tonmann die Regler nicht runterzufahren. Um
ca. 0.45 war dann

endgültig Schluss, nachdem ein Zettel auf der
Bühne lag, er möge doch bitte aufhören.

Und so gab es Haggard leider nicht in voller Länge und das ist
richtig richtig ärgerlich. Denn im

Gegensatz zum letzten Jahr haben
mir Haggard diesmal wesentlich besser gefallen. Es war wirklich

absolut
faszinierend den Mix aus Klassik und Heavy Metal in dieser Besetzung zu
erleben. Vielleicht lag

es auch daran, dass Asis Nasseri nicht
ganz so nach Death Metal klang wie 2009. Und auch wenn

Haggard sehr
polarisiert, mancher hat mit der schrillen Sophranstimme von Sue Ehlers
so seine

Probleme, die Tempowechsel innerhalb der Lieder, das rockende
Symphonieorchester und die

gesprochenen Passagen üben eine eigene
Faszination aus der man sich schwerlich entziehen kann.
Apropos Sue,
ohne sie wäre ein Haggard-Auftritt um einiges ärmer.
Nicht
nur wegen ihrer Stimme,

sondern auch wegen der guten Laune die sie
ausstrahlt und den fliegenden Haaren. Es macht rießig

Spaß
ihr zuzuschauen, auch wenn sie nicht die längsten Haare der
Band
hat, wie die Fotos zeigen. Und

es gibt sie auch manchmal "ohne Kopf".

Der Auftritt am Samstag hat mich völlig überzeugt und
ich
hätte so gerne noch mehr gehört. Und das

obwohl ich
inzwischen ziemlich durchgefroren war und völlig ko so dass
die
schweren Herzens die letzte

Band des Tages, das
Al
Andaluz Project nicht mehr gesehen habe. Die werden aber am 01.Oktober
in

Plauen auftreten, so dass ich das da dann nachholen kann.

Zum Abschluss des Samstags noch mehr Haggard-Pics.















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